Rainer Lakmann  —  Ein Ostwestfale in Oberbayern!

RÄTSEL DER WELT

Rätsel der Weltgeschichte, die mich besonders interessieren, zum Beispiel Lindberghs "Jahrhundert-Entführung" und das Geheimnis von Oak Island ...

• Wie ist Ludwig II. gestorben?

• War Bruno Hauptmann der Entführer von Charles Lindbergh jun.?

• Wer hat den Schatz auf Oak Island vergraben?  

• Wer war "Jack the Ripper"?



► Wie ist Ludwig II. gestorben?   

Ich wohne rund 10 Kilometer vom Starnberger See entfernt – dort hat am 13. Juni 1886 der berühmte bayerische König Ludwig II. sein Ende gefunden. Doch die Todesursache ist bis heute ein Rätsel: Ist er ertrunken, hat er Selbstmord begangen, oder wurde er gar ermordet? Und wenn ja, von wem? 

Schloss Neuschwanstein in Oberbayern


Als Denkmal für seinen Tod dient die Votivkapelle in Berg, die rund 10 Jahre nach dem Tod von Ludwig II. überhalb der Todesstelle zum Gedenken errichtet wurde. Ein großes Holzkreuz markiert die Stelle, wo Ludwig II. leblos gefunden worden war. Doch was war vorher passiert? Seit Gründung des Deutschen Reichs 1871 und dem damit verknüpften Verlust der Eigenstaatlichkeit Bayerns hatte sich Ludwig II. immer mehr ins Privatleben zurückgezogen und seine Zeit und viel Geld damit verbracht, prachtvolle Schlösser zu errichten. Insbesondere die Prachtbauten Herrenchiemsee und Neuschwanstein (Foto oben) verschlangen große Summen; im Frühjahr 1884 waren die Schulden Ludwigs II. auf mehr als 8,25 Millionen Mark angewachsen, 1885 bereits auf über 14 Millionen Mark.  


Im Sommer 1885 wies Ludwig II. seinen Finanzminister an, weiteres Geld für die Baumaßnahmen zu beschaffen. Der König hatte bislang die Baukosten aus seinem privten Vermögen bezahlt, doch mit dieser Anweisung wurde dies zum Staatsproblem. Auf Anraten des Reichskanzlers Otto von Bismarcks, an den sich Ludwig II. gewandt hatte, beauftragte der König im April 1886 das Finanzministerium, die Bewilligung der notwendigen Gelder vor dem Landtag zu beantragen.

Doch die Abgeordneten lehnten eine Unterstützung ab. Prinz Luitpold von Bayern, der nächste Thronanwärter, und Johann von Lutz, Vorsitzender des Ministerrats, beschlossen, den König entmündigen zu lassen und wandten sich an Dr. Bernhard von Gudden, einen namhaften Münchner Professor für Psychiatrie und Leiter der Oberbayerischen Kreisirrenanstalt.  


Dr. von Gudden erklärte sich bereit, per Ferndiagnose ein psychiatrisches Gutachten über den König zu erstellen. Am 8. Juni 1886 legte Gudden das Gutachten vor - diagnostiziert wurden Angstzustände, Halluzinationen und Medikamentenmissbrauch: "Seine Majestät sind in sehr weit vorgeschrittenem Grade seelengestört und zwar leiden Allerhöchstdieselben an jener Form von Geisteskrankheit, die, den Irrenärzten aus Erfahrung wohl bekannt, mit dem Namen Paranoia bezeichnet wird."  

Auf dieser Basis wurden am 10. Juni 1886 die Entmündigung von Ludwig II. und die Ernennung von Luitpold zum neuen Regenten öffentlich verkündet. Vorab war eine elfköpfige Delegation aus Politikern, Ärzten und Pflegern von München nach Hohenschwangau gereist, um Ludwig II. von seiner Absetzung zu unterrichten: Doch vor Ort bekannten sich zahlreiche Bürger zu ihrem König und hinderten die Abordnung daran, Ludwig II. festzunehmen. Am 12. Juni 1886 gegen Mitternacht kam eine zweite Abordnung in Hohenschwangau an, die unter anderem aus von Gudden, einem Gendarmeriehauptmann und mehreren Pflegern bestand. Ludwig II. wurde zum Schloss Berg an den Starnberger See (damals noch Würmsee genannt) gebracht.  

 


Am Pfingstsonntag (13. Juni) verließen Ludwig II. und Dr. Bernhard von Gudden gegen 18.45 Uhr das Schloss, um einen Spaziergang am See zu machen. Doch die beiden kehrten nicht zurück. Nach intensiver Suche fand man kurz vor 23.00 Uhr ihre Leichen im Starnberger See. Die sofort eingeleiteten Wiederbelebungsversuche blieben erfolglos: Um Mitternacht erklärte man Ludwig und Bernhard von Gudden für tot.  

Die Aufbahrung und die Beisetzung von Ludwig II. sorgten für viel Aufsehen, nicht nur in Bayern, sondern im ganzen Deutschen Reich und in Europa. Die Nachricht des Todes löste eine Welle der Anteilnahme aus, und die Monarchie erreichte in Bayern nie wieder den Glanz wie unter Ludwig II., dem die Bevölkerung in sentimentaler Weise nachtrauerte. 


Doch wie ist Ludwig II. gestorben? Ist er ertrunken? Hat er sich - seiner Regentschaft und seines Rufs beraubt - im See ertränkt? Ist sein Begleiter Dr. von Gudden durch einen Unfall gestorben, als er Ludwig retten wollte? Oder wurden die beiden ermordet, um Ludwig II. für immer vom Hals zu haben? War Ludwig erschossen worden? Bis heute ranken sich um den Vorfall viele Theorien und zum Teil recht obskur wirkende Gerüchte (siehe beigefügte Links und obige YouTube-Videos). 


Mehr Infos (und obskure Gerüchte) zum Tod von Ludwig II. unter:   


 
► War Bruno Hauptmann wirklich der Entführer von Charles Lindbergh jun.? 

Charles Lindbergh mit seiner "Spirit Of St. Louis"1927 flog der amerikanische Flugpionier und Offizier Charles Lindbergh mit seiner "Spirit Of St. Louis" nonstop von New York nach Paris - bekannt als der "Jahrhundertflug". Fünf Jahre geriet Charles Lindbergh wieder in die Schlagzeilen; dieses Mal auf tragische Weise durch die von den Medien so titulierte "Jahrhundert-Entführung" seines Sohns: Am 1. März 1932 wurde der rund 20 Monate alte Charles Lindbergh jun. entführt.  

Als Lösegeld wurden dann 50.000 Dollar (heute inflationsbereinigt rund 900.000 Dollar) bezahlt. Doch kam der kleine Charles nicht frei. Einige Wochen später fand man seine Leiche in der Nähe des Hauses, wo er gekidnappt worden war. Vermutlich war er schon am Tage seiner Entführung gestorben; entweder ermordet oder auf tragische Weise zu Tode gekommen; möglicherweise war der Kidnapper mit dem Jungen eine Leiter hinuntergestürzt. 

Die Polizei suchte fieberhaft nach dem Entführer und mutmaßlichen Kindsmörder. Doch erst im September 1934 wurde Bruno Richard Hauptmann verhaftet, da er eine Tankfüllung mit einer 10-Dollar-Goldzertifikat-Note bezahlt hatte, die aus dem Lösegeld stammte. Hauptmann war ein gebürtiger Sachse aus Kamenz, der 1923 illegal in die USA eingewandert war und dort dann als Tischler arbeitete.


Obwohl in seiner Wohnung Indizien gefunden wurden, die auf ihn als Täter hinwiesen, beteuerte Hauptmann bis zum Schluss seine Unschuld. Statt dessen behauptete er, das Geld von einem Bekannten namens Isidor Fisch bekommen zu haben. Ein vermeintliches Beweisstück wurde zudem als Fälschung eines Journalisten entlarvt. Wie sich herausstellte, war Hauptmann von der Polizei geschlagen und eingeschüchtert worden, ebenso auch einige Zeugen wie z.B. ein Hausmädchen von Charles Lindbergh, welches dann Selbstmord beging. Ermittlungen gegen Isidor Fisch wurden nicht aufgenommen, obwohl sich herausstellte, dass dieser seiner Rückfahrt nach Deutschland mit Goldzertifikat-Noten aus der Beute bezahlt hatte.


Bruno Hauptmann wurde daher für schuldig befunden und zum Tode verurteilt. Neben dem Auffinden des Geldes in der Wohnung von Hauptmann hatte vor allem die Aussage von Charles Lindbergh den Ausschlag gegeben: Er behauptete vor Gericht, die Stimme von Hauptmann wiederzuerkennen, obwohl er die Stimme des Entführers drei Jahre zuvor nur kurz gehört hatte. Obwohl in der Öffentlichkeit Zweifel an der Richtigkeit des Urteils geäußert worden waren, wurde Bruno Hauptmann im April 1936 auf dem Elektrischen Stuhl hingerichtet.

 
Bis heute ist aber rätselhaft, ob Hauptmann wirklich der Kidnapper gewesen war: Welche Rolle hatte Isidor Fisch gespielt? Immerhin hatte dieser Geld aus der Beute bei sich gehabt. Hatte es einen Komplizen aus dem Haushalt der Lindberghs gegeben? Hauptmann hätte ohne Unterstützung nicht wissen können, wo sich Charles Lindbergh jun. am Abend seiner Entführung befunden hat. War sogar Charles Lindbergh selbst am Tod seines Sohn beteiligt gewesen? Er hatte massiv in die Ermittlungen der Polizei eingegriffen und verhindert, dass die Leiche seines Sohns untersucht werden konnte.

Vermutlich wird es daher für immer ungeklärt bleiben, wer für die "Jahrhundert-Entführung" verantwortlich war. Die Krimiautorin Agatha Christie wurde durch den Fall inspiriert, einen ihrer bekanntesten Romane zu schreiben: "Mord im Orient-Express". Hier wird ein Mann ermordet, der sich als Kidnapper und Mörder der kleinen Daisy Armstrong entpuppt, Tochter eines Flugpioniers und Offiziers. Anders als in der Realität kann die Tat hier gesühnt werden: der Kidnapper wird von 12 Familienmitgliedern und Freunden der Armstrongs getötet. Der belgische Meisterdetektiv Hercule Poirot deckt diese Racheaktion zwar auf; lässt die Mörder davon absichtlich davonkommen  ➔ siehe dazu auch meine Anmerkungen zu den Verfilmungen von "Mord im Orient-Express".


Mehr Infos zur "Jahrhundert-Entführung" unter:  

  


► Wer hat den Schatz auf Oak Island vergraben?

Oak Island, also die Eicheninsel, ist eigentlich nur eine kleine Insel vor der Küste von Nova Scotia in Kanada. Und eigentlich damit völlig unbedeutend, wenn nicht drei Jungen mit einem Boot hinübergefahren worden wären und die Insel als "Schatzinsel" berühmt geworden wäre. Bis heute sucht man nach einem sagenhaften Schatz, ohne zu wissen, um was es sich dabei handeln könnte.


Doch der Reihe nach: 1795 entdecken drei Jungen auf der unbewohnten Insel eine Vertiefung im Boden; am einem Ast hängen die verrotteten Überreste eines alten Flaschenzugs. Da es in der Gegend Gerüchte gibt, Piraten hätten auf dieser Insel vielleicht Schätze vergraben, fangen die drei Jungen an, nach dem vermeintlichen Schatz zu buddeln.

Dass hier jemand einen Schacht gegraben und wieder zugeschüttet hat, wird ihnen schnell klar, denn die Seitenwände sind abgestützt; zudem stoßen sie nach rund drei und sechs Metern jeweils auf eine Lage Holzstämme. Sie geben dann aber auf. Einer der drei kauft das Land und startet eine aufwändige Grabungsaktion; doch leider ohne Erfolg: Obwohl immer tiefer gegraben wird, stößt man nicht auf einen Schatz.


Nach und nach kommen immer wieder neue Leute und Unternehmen, die mit großem Aufwand weiter graben und dabei viel Personal und teure Maschinen einsetzen. Man stößt auf Kokosmatten und beschriftete Steinplatten, die den Eindruck verstärken, dass hier mit sehr großem Einsatz ein wertvoller Schatz vergraben worden ist. Doch die Schatzsucher haben keinen Erfolg, denn der Schacht erweist sich als sehr tief - möglicherweise sogar mehr als 100 Meter. Die Suche nach dem Schatz fordert im Laufe der Jahrzehnte sogar mehrere Todesopfer.

Zudem läuft der Schacht immer wieder mit Wasser voll: Wie sich herausstellt, waren mit großem technischen Geschick und einem für die damalige Zeit völlig unvorstellbarem Aufwand künstliche Kanäle vom Strand zum Schacht gelegt worden, um diesen gegen unbefugte Schatzräuber zu schützen. Egal, was versucht wird; man schafft es nicht, den Schacht trocken zu legen. Auch die Idee, parallel zum ersten Schacht weitere Schächte in die Erde zu treiben, führt zu keinem Erfolg. Heute ist die Insel mit so vielen Schächten, Gruben und Löchern übersät, dass man gar nicht mehr genau weiß, wo der Originalschacht sich befindet.


Es gibt zahlreiche abenteuerliche Theorien, wer auf Oak Island einen Schatz vergraben haben und woraus dieser bestehen könnte: Waren es die Inkas oder Azteken mit ihrem Gold? Oder vielleicht die Tempelritter mit Gold oder sogar dem Heiligen Gral? Hat der berüchtigte Pirat "Käptn Kidd" hier seine Beute versteckt? Oder die britische Armee ihre Kriegskasse?

Hatten Piraten den Schatz auf Oak Island vergraben?


Eine Theorie besagt sogar, auf Oak Island seien Manuskripte von William Shakespeare verborgen worden, aus denen hervorgehe, wer der echte Autor seiner Schriften war. Natürlich fehlt auch nicht die Idee, Außerirdische könnten auf Oak Island aktiv gewesen sein. Schade, wir werden es vermutlich nie erfahren.


Mehr Infos zu Oak Island unter:  



► Wer war "Jack the Ripper"? 

"Jack the Ripper" (Jack der Aufschlitzer) war ein Serienkiller, der zwischen August und November 1888 im East End von London vermutlich fünf Prostituierte ermordete und mit zunehmender Brutalität verstümmelte. Der Name "Jack the Ripper" stammte aus einigen der zahlreichen Bekennerschreiben, die die Metropolitan Police damals erhalten hatte. Doch wahrscheinlich waren die mit "Jack the Ripper" unterzeichneten Briefe Fälschungen eines Londoner Journalisten.

Einige Briefe waren mit der Grußformel "From Hell", also "Grüße aus der Hölle", unterzeichnet. Da diese Briefe evtl. vom echten Täter stammen könnten, ist "From Hell" ein geflügelter Begriff für die Ripper-Taten geworden. Auch eine Graphic Novel von Alan Moore und ein Spielfilm mit Johnny Depp sind daher so benannt worden.


Mit dem Mord an der jungen Prostituierten Mary Kelly endete die Mordserie abrupt am 9. November 1888. Der Täter wurde trotz intensiver Recherchen niemals ermittelt. Bis heute wird über die wahre Identität von "Jack the Ripper" spekuliert. Die Gerüchte reichen sogar bis ins britische Königshaus und zu einem deutschstämmigen Maler. Einen Einblick in die Fakten und Spekulationen über "Jack the Ripper" geben die beigefügten Dokumentationen siehe die YouTube-Videos: 

 

 

 

 

  
Mehr Infos zu "Jack the Ripper" unter:
 


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